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1. Gauturntag des Ostwestfälischen Turngaues in Soest |
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Soest, 9. Febr. Noch einmal versammeln sich die Abgeordneten des hellweg-märkischen Gaues mit denjenigen der Turnvereine aus dem Süden und Osten unserer Provinz, die Glieder der deutschen Turnerschaft werden wollen, in unserem alten Soest, um noch eine letzte gemeinsame Berathung zu halten und dann die Theilung des zu umfangreichen hellweg-märkischen Gaues in drei selbstständige Gaue zu vollziehen. In dem großen Ressourcensaal wird in gemeinsamer Sitzung der Verwaltungs- und Kassenbericht über das Jahr 1893 erstattet werden. Dann wird eine den Verhältnissen entsprechende Theilung des Gauvermögens vorgenommen, und der Gauturnrath wird die Vereine, welche dem neuen ost-westfälischen und dem sauerländischen Gau angehören werden, aus dem Verbande des hellweg-märkischen Gaues entlassen. Die beiden neuen Gaue verhandeln sodann getrennt in den Nebensälen; der ost-westfälische Gau, zu dem die beiden hiesigen Turnvereine gehören, wird besonders seine Gau-Satzungen feststellen, sowie über ein diesjähriges Gauturnfest beschließen. Wie aus dem Anzeigentheil zu ersehen, dürfen die Turngenossen zuhören, soweit Platz vorhanden ist. Um 3 Uhr ist in allen drei Versammlungen Schluß, und die Theilnehmer vereinigen sich zu gemeinsamem Festmahl im großen Resourcensaal. Während der Verhandlungen, sowie beim Essen kann Bier (dunkles und helles) getrunken werden, es ist kein Weinzwang. Eine rege Theilnahme der Soester Turngenossen beim Essen ist sehr erwünscht, Anmeldungen können in der Ressource gemacht werden. Ganz besonders möchten wir die älteren Mitglieder hierauf hinweisen, da ihnen noch einmal Gelegenheit geboten ist, manchem alten Bekannten und vielleicht auch Wettkämpfer aus früherer Zeit die Hand zu drücken und in fröhlicher Stunde alte Erinnerungen mit ihm auszutauschen. Gut Heil!
Entnommen aus "Soester Kreisblatt" Nr. 17 vom 10. Februar 1894
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