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1. Gauturnfest des Ostwestfälischen Turngaues in Paderborn |
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Paderborn, 2. Juni. Man schreibt uns: Nach den vielen Mühen und Arbeiten, welche das Comité für das Gauturnfest aufgewandt, kann man mit Sicherheit erwarten, daß Alles gelingen und daß ein gutes Ende das schwere Werk krönen werde. Sehr angenehm hat überall die Sympathie berührt, welche man den turnerischen Bestrebungen hier hat zu Theil werden lassen und welche ihren Ausdruck darin fand, daß die angesehensten Bürger unserer Stadt, sowie die Spitzen der Behörden der Einladung zum Eintritt in das Ehren-Comité bereitwilligst gefolgt sind. Und in der That ist der Turnerei, wie sie nach den Satzungen unserer großen deutschen Turnerschaft betrieben wird, kein anderes Mittel zur Seite zu stellen, das so geeignet wäre, die Kraft des Mannes zur höchsten Blüthe zu entfalten und bis in die spätesten Jahre zu erhalten. Wir werden morgen Nachmittag bei dem großen Schauturnen auf dem Schützenplatze, wo hunderte der besten Turner an den verschiedensten Geräthen sich zeigen, Gelegenheit haben zu beobachten, wie sehr man bei einer systematischen Uebung die Kräfte des Körpers ausbilden und bis zu welchem Grade von Gewandtheit - auch ohne Gymnastiker von Beruf zu sein - der sonst so steife menschliche Körper gelangen kann. Da in unserer Stadt ein Turnen in derartigem Umfange, bei welchem 15 Vereine vertreten sein werden, noch nicht stattgefunden hat, steht mit Recht eine große Betheiligung seitens unserer gesammten Einwohnerschaft zu erwarten. Hoffentlich wird auch der Himmel ein freundliches Gesicht aufsetzen.
entnommen aus „Westfälisches Volksblatt“ Nr. 149 vom 03. Juni 1894
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