Ostwestfälischer Turngau
Montag, 23.05.2022, 22:22:37
Jugendwartetreffen brachte gute Ergebnisse

Am 22. Juni 1991 hatte die owtj nach Brakel eingeladen, um die Jugendwartinnen und Jugendwarte aus den im owtg organisierten Vereinen kennenzulernen. Da bisher der Kontakt zu den Vereinen nur schwer zustande gekommen war, sollte dieses erste Treffen Fragen, Probleme und Vorstellungen zur Jugendarbeit im Turnen und ganz allgemein behandeln. Also schmissen sich die Mitglieder des Kleinen Jugendausschusses in ihren feinsten Zwirn und erwarteten ihre Gäste standesgemäss mit einem Gläschen Sekt. Die etwas irritierten und fast geschockten Jugendwartinnen und Jugendwarte, wurden dann feierlich durch den Gaujugendwart Jörg Gerdiken begrüsst. In seiner Rede stellte er die Frage, was sich denn wohl hinter der owtj verbergen könnte, und er bot Vorschläge an, wie die "Ostdeutsche Wander- und Tracking - Jagdgesellschaft" oder die " Oft Wechselnden Thüringer Junggesellen". Am Ende wurde dann aber klar, dass nur die "Ostwestfälische Turnerjugend" gemeint ist. Plakate an den Wänden mit der Aufschrift "Ostwestfälische Trauerjugend" und "Verein ohne Jugend - Jugend ohne Verein" oder der Frage "Muss Jahns Bart ab?", verstärkten noch diesen provokativen Auftritt. Nach diesem bewusst gespielten "offiziellen" Teil, legten dann aber alle ihre Verkleidung ab, und man stieg sofort in eine sehr angeregte Diskussion ein. Gemeinsam versuchte man das Turnen zu charakterisieren und erstellte ein Diagramm der vielen Bereiche und Aufgaben, die sich beim Turnen vereinen. Einige Vereine beklagten einen starken Rückgang der Bereitschaft von Kindern und vor allem Jugendlichen, beim Turnen aktiv zu werden. Als Gründe stellte man Veränderungen im Freizeitverhalten und Schwächen in der Vereinsorganisation heraus. Der Austausch der Erfahrungen aller anwesenden Vereine und die Lösungsvorschläge in der anschließenden Diskussion, kam zu dem Ergebnis, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorhanden und notwendig ist, um eine Jugenarbeit im Verein und in Ostwestfalen zu machen, die bei Kindern und Jugendlichen den Stellenwert des Turnens und den Spass am Turnen steigern soll. Hierfür müssen Lehrgänge für die Helfer und Übungsleiter geschaffen werden, um die Grundlage bieten zu können. Es sollen im Turnen auch verschiedene Sportarten bei Veranstaltungen und Wettkämpfen einbezogen werden und die Vielfalt des Turnens über das Gerätturnen hinaus zu genutzt werden. Diese und viele andere Anregungen für die Arbeit der owtj werden nun in den neu gebildeten Arbeitskreisen "Jugendturnen", "Kinderturnen" und "Öffentlichkeitsarbeit" behandelt werden können. Dieses erste Treffen, an dem zunächst nur wenige der 60 Vereine im owtg teilnahmen, hat sicher Zeichen gesetzt und wird auch in Zukunft Anlass zu weiteren Treffen der Jugendwartinnen und Jugendwarte in der owtj sein.

Hubertus Menke
owtj AK - Öffentlichkeitsarbeit

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 8 vom 1. August 1991