Ostwestfälischer Turngau
Freitag, 19.07.2024, 16:11:13
120 Jahre - aber durch und durch beweglich

Mit einer großen Jubiläumsturnschau hat der ostwestfälische Turngau in der Paderborner Maspernhalle seinen 120. Geburtstag gefeiert. Ingrid Knetsch hatte im Vorfeld einen kurzweiligen Sportnachmittag mit einem spannenden Querschnitt durch die Angebote des Turngaus angekündigt, und die Vorsitzende des OWTG hielt Wort. Vor vollen Rängen präsentierten nahezu 600 aktive Turnerinnen und Turner das, was den Turnsport auszeichnet: Bewegung. Denn das fast dreistündige Programm bot den Zuschauern Menschen aller Altersklassen in Bewegung, vom einjährigen Kind, das beim Eltern-Kind-Turnen noch an der Hand der Eltern mitlaufen musste, bis hin zur 91jährigen Seniorin, die ihren Part beim Nudeltanz der Älteren Turnerinnen hervorragend meisterte. Die Darbietungen konnten unterschiedlicher nicht sein.
Mit Grazie und Anmut brachten die jungen Gymnastinnen der RSG ihre Kür vor, während den erfolgreichen Prellballern des TV Jahn Bad Lippspringe bei der Demonstration ihrer Sportart die Bälle nur so um die Ohren flogen.
Ins Staunen versetzten die Rhönradturner das Publikum, während die Rope-Skipper eine atemberaubende Geschwindigkeit an den Tag legten. Die Leistungsturner hatten eine sehenswerte spektakuläre Choreographie einstudiert und fehlten ebenso wenig im Programm wie die Trampolinturner, die im Schlafsack auftraten, dabei jedoch sehr ausgeschlafen wirkten. Mitreißend war die Darbietung der Turnerjugend, die mit ca. 60 Tänzerinnen einen Tanz der Vampire aufführten. Pippi Langstrumpf führte eine große Kinderschar an, die als Piraten verkleidet die Halle enterten und einen bunten Piratentanz darboten. Dazwischen machte die Gruppe Spumante eine erstaunliche Entwicklung durch: Traf man sich zunächst noch mit Rollator zum gemütlichen Kaffeeklatsch, flogen bald die alten Hüte und Kittel hinter den Vorhang und zum Vorschein kamen junge, dynamische Tänzerinnen mit einem tollen Showtanz.

So wie Frauenwartin Ingrid Deimel als Vorturnerin einer Turngruppe wie vor 120 Jahren das Programm eröffnet hatte, so setzte sie mit ihren Turnerinnen auch den Schlusspunkt. Vom Deutschen Turnfest hatte sie noch die Melodie Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren im Ohr und hieraus entstand eine tolle Aufführung mit riesigen Herzen und überraschender Choreographie.

Beim Beeindruckenden Schlussbild tanzten alle Aktiven gemeinsam und verabschiedeten sich winkend vom Publikum, das sein Kommen sicherlich nicht bereut hatte und sich sehr applaudierfreudig zeigte.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich die Gauvorsitzende Ingrid Knetsch bei Moderatorin Katharina Knocke, früher selbst Leistungsturnerin, für die gelungene fachkundige Moderation, sowie bei Marianne Gees, die als Übungsleiterin mit dem von ihr einstudierten Nudeltanz aktiv am Programm mitwirkte.

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 11 vom November 2013