Ostwestfälischer Turngau
Sonntag, 25.09.2022, 14:07:00
Bundeswettkämpfe im Rope Skipping

Dennis Suermann bester im Bundesfinale

Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination, Akrobatik: all dies ist Rope Skipping, ein Sport, der bekanntlich viel mehr bietet als die wörtliche Übersetzung Seilspringen vermuten lässt. Und dass diese enorm vielfältige Sportart auch im Kreis Paderborn immer beliebter wird, das zeigt die Teilnehmerliste der letzten bundesweiten Titelkämpfe des Deutschen Turner-Bundes zur Deutschen Einzelmeisterschaft (DEM) und zum Bundesfinale (BF). Denn unter die über 200 besten Rope Skipper Deutschlands, die sich nach zweijähriger Pause nun endlich wieder persönlich zu Wettkämpfen treffen konnten, mischten sich auch fünf Sportler aus den Vereinen USC Altenautal und SC Borchen. Fenja Puda, Lea Wolf, Leonie Jakobi, Frauke Ahrens (alle DEM) und Dennis Suermann (BF) hatten die Qualifikations-Norm bei den Westfälischen Landesmeisterschaften im Februar erreicht und damit das Ticket für die Bundeswettkämpfe lösen können. Gemeinsam mit Betreuern und den frisch lizensierten Kampfrichtern Sara Nagel und Dennis suermann aus Borchen ging es in diesem Jahr nach Müllheim im Schwarzwald, dem Austragungsort der Titelkämpfe. Am Samstag, 9. April ging es los mit den Deutschen Einzelmeisterschaften, am Sonntag folgte das Bundesfinale. Begonnen wurde jeweils vormittags mit den beiden Speed-Disziplinen über 30 und 180 Sekunden, wo neben der Sprungtechnik insbesondere Schnelligkeit und Ausdauer gefragt sind. Die Bestleitungen der Vollgas-Spezialisten liegen hier bei im Schnitt 6 bis 7 Seildurchschlägen pro Sekunde: das ist unvorstellbar schnell.

Nachmittags standen Kreativität und turnerisches Können im Vordergrund. In den jeweiligen Freestyle-Küren, die vom 14-köpfigen Kampfgericht mit Bezug auf Musikalität, Präsentation und Schwierigkeit nach umfangreichen Regelwerken bewertet wurden. Seilwürfe, Körperwickler, akrobatische Power-Skills sowie turnerische Elemente wie Spagat und Überschläge wurden gekonnt kombiniert mit spektakulären Multiples, bei denen das Seil bei nur einem Sprung mehrfach um den Körper rotiert. Hauptsache die Darbietung ist abwechslungsreich, passend zur Musik und möglichst fehlerfrei mit Top-Schwierigkeiten gespickt, dann ist eine gute Bewertung sicher. Und insbesondere bei dieser 75 Sekunden langen Individual-Show liegen traditionell die Stärken der Sportler des Ostwestfälischen Turngaus.

So konnten in der AK der 14- bis 15-jährigen Mädchen Fenja Puda (SC Borchen), Lea Wolf (SC Borchen) und Leonie Jakobi (USC Altenautal) gleich bei ihrem Bundeswettkampf überhaupt sehr gute und ansprechende Küren zeigen, die im extrem starken Teilnehmerfeld der Deutschen Meisterschaften zu den Plätzen 34, 39 und 41 führten. Weil weitere Teilnehmerinnen aus NRW im Freestyle sich in der Wertung weiter hinten platzierten, können die drei Sportlerinnen nun stolz darauf sein, die drei besten Ergebnisse aus ganz NRW erzielt zu haben.

Frauke Ahrens startete erstmalig und als eine der Jüngsten in der AK 16-18 und konnte trotz einer langwierigen Fußverletzung und daher reichlich Trainingsrückstand letztlich noch einen guten 14. Meisterschaftsplatz von 28 Teilnehmerinnen im Freestyle erzielen. Wie auch bei ihren Turngau-Kolleginnen aus der jüngeren Altersklasse war eine Verbesserung in der Overall-Wertung (Freestyle plus Speed-Disziplinen) an diesem Tag aber nicht mehr möglich.

Den Vogel schoss dann Dernnis Suermann vom SC Borchen ab, als er im Bundesfinale am Sonntag seinen Freestyle auf den Müllheimer Hallenboden bretterte und mit seiner gewohnt risikoreichen und spektakulären Performance den mit Abstand am besten bewerteten Freestyle des Tages zeigte. Das bedeutete:; Platz 1 und Bundesfinale-Sieger in gleich zwei Wertungen, nämlich in der Einzeldisziplin Freestyle und in der Overall-Wertung im Mehrkampf. Das ist ein wirklich ungewöhnlich gutes Ergebnis und wird ganz sicher viele junge Menschen im Kreisgebiet anspornen, beim Rope Skipping in den hiesigen Vereinen des Ostwestfälischen Turngaus mit einzusteigen und ähnliche Erfolge inklusive Spaß und Freude erleben zu wollen.

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 6 Juni 2022