Ostwestfälischer Turngau
Freitag, 19.07.2024, 18:25:06
Ehrenbrief des "Deutschen Turnerbundes" zum 60. Geburtstag für Albert Kessel

"Wie schön, daß du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermißt". So der Vers eines Liedes. Ohne den Sauerländer Jungen wäre vieles nicht geschafft, und der Turner vom echten Schrot und Korn, der den Turngau Ostwestfalen und seinen Verein FC Stahle 30 so nachhaltig geprägt hat, hätte uns im wahrsten Sinne des Wortes gefehlt.
Zum Geburtstag fanden sich somit viele Gratulanten ein, um ihm gebührend Dank zu sagen. Vor ca. 80 Gästen aus Sport, Politik, Freundeskreis und Familie wurde ihm nach vielen Ehrungen im Verein, den Turngauen Ostwestfalen und Münsterland sowie die Ehrenplakette des WTB und Ehrenadel des DTB nun die besondere Ehre zu Teil, den Ehrenbrief des "Deutschen Turnerbundes" in Empfang zu nehmen. Die Gauvorsitzende Ingrid Knetsch, Schloß Neuhaus, nahm vertretungsweise für den WTB die Ehrung vor und hat in der Laudatio seinen Werdegang noch einmal in Erinnerung gerufen: Als 15-jähriger trat Albert in seinem Geburtsort dem TV 1861 Arnsberg zunächst als Handballer und Leichtathlet bei, bevor seine Fähigkeit zum Gerätturnen erkannt wurden. Bald schon stand er in der Kunstturnriege des TV Arnsberg.
Bereits 1955 wurde er mit dem Ehrenamt "Schülerturnwart" in Arnsberg betraut. Dies sollte nicht das einzige Ehrenamt bleiben. Wo er auch immer beruflich seinen Wohnort hatte, schloß er sich gleich einem Turnverein an, und nach kurzer Zeit wurde er mit Ehrenämtern betraut. Ob in Höxter, Bad Driburg oder Boffzen und Holzminden (LTV Niedersachsen), die Betreuung von Kindern und Jugendlichen zog er seinem eigenem Leistungsstreben vor.
1960 zog es ihn nach Stahle, wo er 1962 eine Turnabteilung gründete. Bald wurde Albert zum Gaukunstturnwart (1964) und -oberturnwart (1972) gewählt.
1969 Examen zum Turn- und Sportlehrer in Frankfurt. Nach bestandener Prüfung bekam er eine Anstellung an den Hauptschulen in Stahle und Höxter und verdiente sich als engagierter Sportlehrer die Anerkennung seiner Kollegen.
Alsbald sollte ein Schicksalsschlag seine Karriere beenden, eine Wirbelsäulenoperation nahm ihm seine liebste Tätigkeit: die Turnhalle wurde 1978 mit einem Schreibtisch in Oberwerries getauscht. Die Familie trug schwer an diesem Wechsel. Eine Wohnung in Beckum war erforderlich. Die Familie wieder beieinander, wirkte er viele Jahre als "Pädagogischer Leiter" des Bildungswerkes des LSB NW im Westf. Turnerbund.
Zu dem Wirbelsäulenschaden kam eine zweite Krankheit: Bronchitis. Eben Fuß gefasst im TV Beckum - erfolgreicher Übungsleiter der Männerleistungsriege des TVB, Gründung einer Trampolinabteilung, stellvertr. Vorsitzender und Vorsitzender, Ligaobmann Kunstturnen Männer im "Münsterländer Turngau" - zog es ihn wieder ins Weserbergland zurück. Wir im Ostwestf. Turngau, sind froh über seine Entscheidung; kann er sich doch wieder für uns einsetzen.
Manches hat Albert nun schon wieder bewegt: Gaupressewart, Übungsleiterausbilder, Gauligaobmann, im Kreissportbund Höxter als Vorstandsmitglied sehr rege und nun noch das Ziel, den Sport in der Politik zu vertreten. Sein Wirken umfassend zu schildern, bedeutet ein Buch zu schreiben. Er ist nie ein Materialist gewesen und freut sich über ein Dankeschön mehr.
Ein echtes Vorbild für die heranwachsende Jugend.

Alfons Menke, Gauoberturnwart

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 10 vom Oktober 1994