Ostwestfälischer Turngau
Montag, 23.05.2022, 22:29:02
Berichte des Gauvorstandes - Gaujugendwart

Gott gab uns beides, Leib und die Seele,
Daß eines das andere trage und stähle,
Daß eines dem andern eng sich vermähle,
Gab Gott uns beides, Leib und die Seele.

Hermann Claudius

Dieses Wort habe ich an den Anfang meines Berichtes gesetzt; denn es soll der Leitspruch für die Jugendarbeit in unserem Gau sein.

"In einem gesunden Leib wohnt eine gesunde Seele", ein Wort mit gleichem Gedankengut, uns von den Römern schon überliefert. Fürwahr führt die Ertüchtigung des Körpers ohne Bildung der seelischen Kräfte zum einseitigen Menschen. Wir wollen beides pflegen und unsere Jugend zu wahren Bürgern des Staates machen.

Vielleicht haben viele dieses alles nicht erfaßt. Sie meinen, man sollte die Jugend in unseren Vereinen nicht zwingen, staatspolitisch etwas zu tun, denn diese wollen nur turnen und anderen Sport betreiben. Ich glaube nicht, daß dieses so ist. Die Jugend ist nur zu bequem, sie sucht sich den Weg mit dem geringsten Widerstand. Wie oft habe ich schon gesagt, man sollte jede Übungsstunde mit einem Lied beginnen. Gerade das Lied fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl. Man darf nicht oberflächlich werden, sondern muss zum Wohl der Jugend mit gutem Beispiel voran gehen.
Unsere Jugend ist nicht besser und nicht schlechter als früher oder als die in anderen Vereinen, man muss sie nur richtig anfassen, man muss etwas für sie tun.

Ich richte den Aufruf an die Vorsitzenden der Vereine: Fördert die Jugend, tut noch mehr für sie!"

1958 konnte ich 2 Lehrgänge für Jugendleiter/innen auf überfachlicher Basis durchführen. Der erste am 1./2. Februar. 32 Jugendleiter/innen, unter ihnen künftige Leiter/innen besuchten den Lehrgang. Max Kneller vom WTB hielt ein Referat über Jugendfragen.
Weitere Themen waren: Singen und Singeleitung, Volkstanz, Filme über Hilfestellung, Europameisterschaften im Kunstturnen, Referat des Sportarztes über 1. Hilfe mit praktischer Anwendung. Die Schlußkritik sagte mir, ermutigte mich, zum 2. Lehrgang am 29.30. November. 33 Jugendleiter/innen nahmen teil. Neben Singen oder Singeleitung sprachen wir über Heimgestaltung unter dem Titel:
"Spiel, Quiz, Tanz". Zwei Filme über überfachliche Jugendarbeit fanden guten Anklang. Die praktische Arbeit in der Turnhalle fehlte nicht.

Am 28. Februar/1. März 1959 findet der nächste überfachliche Jugendleiter/innen-Lehrgang statt. Nachrichten dazu werden noch versandt. Ebenfalls werde ich die Vereine über das am 15./18. Mai stattfinde Zeltlager der westfälischen Turnerjugend in Hachen informieren.

Allen meinen Helfern sage ich meinen Dank für die nicht immer leichte Mitarbeit. Weiterhin danke ich den Jugendleitern und Leiterinnen der Vereine für die Teilnahme an den für die Jugend durchgeführten Lehrgängen. Der Lohn wird nicht ausbleiben.

Gut Heil

Horst Zänker