Ostwestfälischer Turngau
Montag, 23.05.2022, 23:47:13
100 Delegierte und Ehrengäste beim Wünnenberger Gauturntag

Im Vorstand kaum neue Gesichter

Ehrennadel für Gudula Mathey-Sperling

Gauturntag in Wünnenberg: Etwa 100 Delegierte und Ehrengäste kamen in das südlichste Gebiet Gebiet des Ostwestfälischen Turngaues.
Vorsitzender Michael Buschmeyer konnte zum 97. Gauturntag Landrat Joseph Köhler, Bürgermeister und Stadtdirektor der Stadt Wünnenberg, Fritz Dören und Winfried Menne, Kreissportbundvorsitzenden Ludwig Fletcher und den Vorsitzenden und Geschäftsführer der Deutschen Olympischen Gesellschaft für das Hochstift Paderborn, Dr. Günther Linke, sowie Dr. Werner Schulze willkommen heißen. Höhepunkt in der Programmfolge boten die Ehrungen. Die Ehrennadel mit Urkunde verlieh der Gauvorsitzende Michael Buschmeyer der langjährigen Gaukinderturnwartin Gudula Mathey-Sperling, die im Herbst 1990 aus dem Amt ausgeschieden war. Sportlich beheimatet ist die junge Turnerin beim SC Grün-Weiß Paderborn. Erst kürzlich bildete die Turnschwester beim SCV Neuenbeken eine neue Turngruppe und spontan konnte sie 100 Mitglieder für den Turnsport begeistern. Der erste Bürger der Stadt Wünnenberg, Fritz Dören, erhielt vom Ostwestfälischen Turngau die Ehrenplakette für besondere Verdienste um den Wünnenberger Sport. Daß der 70 jährige Bürgermeister wohl der sportlichste seiner Art in Nordrhein-Westfalen ist, dürfte bereits bekannt sein. Doch in seiner Person als Bürgermeister Wünnenbergs hat er immer das buchstäblich "offene Ohr" für sportliche Angelegenheiten in der Politik gezeigt. Nachgereicht bekam Gauvorsitzender Michael Buschmeyer die Leistungsplakette in Silber durch Dr. Günther Linke, von der Deutschen Olympischen Gesellschaft für das Hochstift Paderborn, für uneigennütziges Tun im heimatlichen Sport als Funktionsträger im Ostwestfälischen Turngau.
Zur ursprünglichen Verleihung konnte Michael Buschmeyer nur die Urkunde überreicht werden, der übrigens auch im Beirat der Deutschen Olympischen Gesellschaft ist.

Bei den Wahlen des Turngaues gab es keine gravierenden Änderungen. Den stellvertretenden Vorsitz übernahm Günther Deike.
Gaufrauenwartin blieb Ingrid Deimel aus Geseke. Für die Gaukasse ist Marie-Luise Baumhögger zuständig. Die Pressearbeit betreibt weiterhin Michael Buschmeyer. Im Gauturnrat waren keine Änderungen zu verzeichnen.

Mit großem Beifall wurde Kurt Raschke aus seinem Amt als Gaualtersturnwart verabschiedet. Für viele Jahre turnerischer Arbeit als Oberturnwart und zuletzt als Altersturnwart sagte ihm Michael Buschmeyer noch einmal Dank.

Michael Buschmeyer begrüßte auch den Landesspielwart Gerd Kempf als Vertreter des Westfälischen Turnerbundes und die Jugendkunstschule Bleiwäsche, die die Veranstaltung mit gekonnten Weisen musikalisch umrahmte. Er dankte dem TuS Wünnenberg und seinen Helfern für die Ausrichtung und Gestaltung des Turntages.

Im Hinblick auf das Zeitgeschehen richtete er einen Appell an die Politiker, sich mit ganzer Kraft für eine friedliche Entwicklung im eigenen Lande und in der Welt einzusetzen. Die Turnvereine sind bereit, in der Gesellschaft ihren Anteil in einem friedvollen und gestaltenden Miteinander zu leisten. Abschließend galt sein Dank allen, die in Politik und Verwaltung unser Wirken und Bestreben nicht nur materiell unterstützt haben, sondern auch unseren praktischen und ideellen Zielsetzungen Anerkennung und Würdigung nicht versagten. Das Dankeswort galt auch allen Verantwortlichen, Mitarbeitern und Helfern in den eigenen Reihen für die überwiegend ehrenamtlich geleistete Arbeit.

Landrat Turnbruder Joseph Köhler stellte in den Mittelpunkt seiner Ansprache das augenblickliche Zeit- und Weltgeschehen.
In ernsten und bewegenden Worten schilderte er die Situation, die durch das Kriegsgeschehen am Golf entstanden ist und auch uns als Deutsche nicht ungeschoren läßt und Unterstützung und Stellungnahme fordert. Nicht unerwähnt bemerkte er ergänzend, daß seit Ende des 2. Weltkrieges in der Welt 149 Kriege entbrannt sind. Dazu nannte er beispielhaft geflügelte Worte großer Persönlichkeiten der Geschichte und Literatur.
Allen in der Turnbewegung Tätigen dankte er für ihren Einsatz zum Wohle der Gesellschaft und fand ermunternde Worte für weiteres Mitmachen und Engagement.

Bürgermeister Fritz Dören leistete neben Worten ersnten Inhalts als Ausgleich einen mit Humor gespickten Beitrag und brachte damit eine aufgelockerte Stimmung in die Versammlung.

Kreissportbundvorsitzender Ludwig Fletcher übermittelte Grüße und gute Wünsche des KSB Paderborn und strich die Leistungen des Vereins "als sportliche Gemeinde" besonders heraus.

Als Vertreter der DOG im Hochstift Paderborn sprach Dr. Linke Worte des Dankes für die vom Turngau geleistete Arbeit aus und dankte für die auch der DOG gewährte Unterstützung. Mit werbenden Worten wies er auf die vielfältigen Aufgaben der DOG hin.

Landesspielwart Gerd Kempf überbrachte die Grüße des Westfälischen Turnerbundes und wünschte mit einem für das Geleistete der Versammlung einen erfolgreichen Verlauf und dem Turngau eine weiter aufstrebende Entwicklung.

Die Totenehrung wurde vom Gauvorsitzenden in würdiger Form vorgenommen. Neben den Verstorbenen des Turngaues wurde auch der Opfer gedacht, die der Krieg am Golf gefordert hat.

Mit Dank an die erschienenen Ehrengäste und die Jugendkunstschule Bleiwäsche endete der festliche Teil.

Über den turnerischen Teil wird im nächsten "Westfalenturner" berichtet.

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 4 vom 1. April 1991