Ostwestfälischer Turngau
Sonntag, 21.07.2019, 23:53:02
Turngau wuchs auch 1999

Erfreulich viele Gäste beim TSV 1887 im Schloß Neuhaus

"Ja, das Turnen macht Spaß", sang der Chor der Grundschule Heinrich unter Leitung von Margret Kornas zur Eröffnung des 106. Gauturntagess des Ostwestfälischen Turngaues. Zum Beweis, dass es so ist, hatten sich mehr als 150 Teilnehmer (deutlich mehr als erwartet) im historischen Spiegelsaal des Neuhäuser Schlosses eingefunden. So fröhlich und harmonisch wie der Gesang verlief auch die Tagung, in der die Gauvorsitzende Ingrid Knetsch (TSV 1887 Schloß Neuhaus) sowie die Gaufachwarte von einem erfolgreichen Turnjahr 1999 mit vielen Höhepunkten berichteten.

Das Augenmerk werde auch in Zukunft auf Freizeit- und Gesundheitssport gerichtet und das Gerätturnen aktiviert werden, so die Gauvorsitzende. 55 Vereine mit fast 16.000 Mitgliedern sind im Ostwestfälischen Turngau vereint, der als einziger im Deutschen Turner-Bund steigende Mitgliederzahlen vorweisen kann.

Zahlreiche Gäste hatten sich an diesem Nachmittag an traditioneller Stätte eingefunden. Der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus sagte in seinem Grußwort, der Sport in Paderborn besitze einen hohen Stellenwert. Immerhin betreiben mehr als die Hälfte der Einwohner Sport in 140 Vereinen. Der TSV tue viel für den Turnsport der Kinder, der sehr wichtig sei für die Früherziehung. Der Bürgermeister ermunterte den Verein, weiter diesen Weg zu gehen.

Der Sportdezernent der Regierung Detmold, Reinhard Schmitz, knüpfte an das Wort von NRW-Ministerpräsident Clement an, "das Ehrenamt solle nicht als Spardose mißbraucht werden." Wenn das Geschehe, bekämen zahlreiche Bereiche im gesellschaftlichen Leben einige Probleme.
Eine große Chance habe der Sport zudem, wenn er auf die Schule zugehe und Sport nach Schulschluss anbiete.

Der Präsident des Westfälischen Turnerbundes, Michael Buschmeyer, und auch Landrat Dr. Rudolf Wansleben, kritisieren den Umgang der Finanzämter mit vielen Vereinen. Es sei ein Schritt in die falsche Richtung, wenn sich Menschen mit großem Engagement für das Gemeinwohl einsetzen und dafür mit Steuern bestraft würden. Das gelte besonders hinsichtlich des 630-Mark-Gesetzes, aber auch für die Verfolgung der Vorschriften gegen Scheinselbstständigkeit.

Entnommen aus dem Westfalenturner Nr. 5 vom Mai 2000